Independent-Kino: Im Sommer 1979 habe ich »L’une chante, l’autre pas« (Die eine singt, die andere nicht) im Kino gesehen, und 1992 »Jacquot de Nantes«, also beide Filme, als sie recht neu waren und offensichtlich schnell einen Verleih für Deutschland gefunden hatten. Es gab noch keine Mediatheken, für die
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Erkundungen: Eigentlich könnte ich hier den Klappentext abschreiben, um zu erläutern, warum es sich lohnt, das Buch von Gregor Hens zu lesen. Nehmen wir nur den ersten Satz: »Städte sind wie Bibliotheken. Wir gehen durch ihre Straßen, ziehen hier und dort ein Buch heraus, blättern und lesen.« Wer
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Der Prinz »strich eine halbe Stunde lang im Walde herum, bis er endlich in einen großen Lustgarten kam, worin alle mögliche Bäume, Stauden, Gewächse, Blumen und Kräuter des ganzen Erdbodens in der anmuthigsten Unordnung durch einander geworfen waren. Die Kunst war in der Anlegung desselben so versteckt, daß
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VON DR. CHRISTOPH FISCHER Ein Lehrstück des Journalismus: »V13«, vendredi treize, ist der Codename für den Prozess um die Terroranschläge in Paris, bei denen am Freitag, den 13. November 2015, in der Konzerthalle Bataclan, auf Caféterrassen im 10. und 11. Arrondissement und vor dem Stade de France 130
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Rollenbilder: So ab vierzig Jahren etwa werden sie unsichtbar. Je älter Frauen werden, desto mehr verschwinden sie aus der Wahrnehmung. Nicht nur Schauspielerinnen klagen darüber, dass es kaum Rollen gibt, auch »in Gesprächsrunden zur aktuellen Lage sind sie rare Gäste, als Expertinnen selten gefragt«. Erst als Rekordalte tauchen
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Plädoyer für eine menschlichere Flüchtlingspolitik: Es gibt viele Aspekte der aktuellen Migrationsdebatten, die unmenschlich erscheinen. Ursula Krechel geht in ihrem Essay »Vom Herzasthma des Exils« auf einige davon ein. Im Kapitel »Zahlen« sprechen Tabellen zur Todesursache Flucht unkommentiert für sich, im Abschnitt »Begriffe« unterzieht die Autorin die Verwaltungssprache
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Frauenzimmer und Musterfrauen: Frauen werden in bürgerlichen Innenräumen vor Mustern inszeniert. Sie sitzen oder liegen dabei vor geblümten Tapeten und gestreiften Vorhängen oder auf mit bunten Stoffen bezogenen Sofas – ein bildlicher Ausdruck des Spannungsfelds zwischen Geborgenheit und Beengung. In ihrem Essay »Frauen vor Mustern« spürt Anke te
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Entschlossen und risikofreudig: Zu lesen gibt es über Peggy Guggenheim bereits einiges, neben ihren eigenen Memoiren beispielsweise die Biografie von Annette Seemann, die allerdings schon 1998 im Econ & List Verlag erschien, und diverse Beiträge in Büchern über Kunstsammlerinnen und Sammler, so etwa in »Sammeln nur um zu
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Herbstlese: Bei der beständigen Suche nach neuer Lektüre gibt es für mich zwei maßgebliche Informationsquellen im Internet: Den Perlentaucher, der mit seiner täglichen Feuilletonschau auf die Rezensionen der wichtigen Tageszeitungen verweist. Und die Buchbesprechungen des Deutschlandfunks Kultur, wo ich schon oft auf Lesestoff gestoßen bin, der mir sonst
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Politischer Sprengstoff: Tanja Busse und Christiane Grefe widmen sich in ihrem Sachbuch der Frage nach den »neuen Konflikten um unsere Böden«, wie es im Untertitel zu »Der Grund« heißt. So neu sind sie allerdings gar nicht, das sei als Anmerkung vorweg gestattet, viele unserer heutigen Probleme gründen in
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Heckenlandschaft: Dichtes Gesträuch umgibt als schmaler Feldrain oder tunnelartiger Weg die Wiesen und Äcker in der Bretagne und in der Normandie. Bocage heißt diese kleinräumige, von Menschen geschaffene Landschaftsform, deren Gehölze und Hecken unzähligen Insekten, Kleintieren und Vögeln Lebensraum bieten – britische Botaniker haben in 90 Meter Hecke
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»Ohne Spazieren wäre ich tot«: Gerade komme ich von einem Winterspaziergang in den Montafoner Alpen zurück. Neben einem munter rauschenden Bächlein ging es bei strahlender Sonne und blauem Himmel durch feuchte Wiesen mit Blick auf schneebedeckte Gipfel, um 12 Uhr mittags begleitet vom Klang der Sonntagsglocken. Wie gut
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