25 x FRANKREICH: MEIN JAHRESRÜCKBLICK 2025

Zweitausendfünfundzwanzig: Hier kommt er, der Rückblick auf das vergangene Jahr 2025, bevor der Januar schon wieder um ist. Um optimistisch ins neue Jahr zu starten, helfen auch schon mal Vitamine. Nicht gegen die aktuellen Krisen weltweit, aber gegen die eigene Miesepetrigkeit und für mehr positive Energie. Also neues Jahr, neues Salatglück: Fast 400 weitgehend vegetarische Salatrezepte und rund zwei Dutzend Obstsalate habe ich über die Jahre schon geteilt, und nicht, weil ich Grünzeug-Gegner bekehren möchte, sondern weil mir (fast) alles schmeckt, was Kräuter und Gemüse enthält. Um es mit Alice Waters zu sagen: »Vom Salatmachen und Salatessen kann ich nie genug kriegen.« Und so ist noch längst kein Ende in Sicht.

Frankreich-Themen und Kulinarik prägen meine Arbeit als Autorin, Lektorin und Übersetzerin von Reiseführern und Kochbüchern, das spiegeln auch die Themen auf meinem Blog wider, eine bunte Mischung aus Rezepten, Rezensionen und Reisetipps. Ein großer Teil meines Blogs besteht aus vielen einzelnen Beiträgen über das, was ich aus Frankreich mitteilenswert finde und welche Orte ich weiterempfehlen möchte. 2025 führten mich Recherchereisen in die Bretagne und die Normandie, ins Elsass und ins Loiretal, zur Côte d’Azur, nach Lyon, nach Korsika und einmal im Monat nach Paris. Ein paar Tipps für den Frankreich-Urlaub habe ich mitgebracht:

 

25 x Frankreich

 

1 Höher ist keine andere Passage aus dem 19. Jahrhundert in Paris: Mit ihrem Glasdach 12 Meter über dem Boden wirkt die dreistöckige Passage du Grand Cerf im 2. Arrondissement licht und hell.

2 und 3 Kein Geheimtipp mehr, aber unbedingt eine Reise wert: die bretonische Crozon-Halbinsel in der Bretagne. Besonders im Sommer, wenn die blühende Heide violette Teppiche bildet! Mit Blick ins »grand bleu« des Atlantiks begeistert der Küstenwanderweg von Camaret aus oder rund um Roscanvel nochmal mehr als im Herbst, wenn die Vegetation ihre Farbe schon ins Braune wendet.

4 Geld spielte keine Rolle. Als Erbin eines riesigen Vermögens war die mondäne, viel reisende Baroness Béatrice de Rothschild (1864–1934) Teil der High Society der Belle Époque. Im Jahr 1905 erwarb die Bauherrin für ihre zukünftige Villa Ephrussi de Rothschild ein großes Grundstück am Cap Ferrat, das sich eigentlich König Leopold II. von Belgien sichern wollte, und verpflichtete für ihren extravaganten Traumgarten renommierte Landschaftsgestalter.

5 Zu meinen Lieblingsorten an der französischen Riviera zählt Menton, und obwohl ich schon mehrmals da war, habe ich noch immer nicht alle sehenswerten Gärten dort besucht. Dieses Jahr hat es mit dem Abstecher zum Zitrusgarten des Palais de Carnolès mit mehr als 130 Zitronen-, Grapefruit-, Kumquat- und Orangenbäumen geklappt wie auch mit einer Entdeckungstour durch den Jardin Val Rahmeh – sie wird dank der exotischen Pflanzen zur botanischen Weltreise.

6 Vom »hässlichen Entlein« der südfranzösischen Mittelmeerküste zum schönen Schwan scheint sich Toulon, nach Marseille die wichtigste Hafenstadt der Region, mit ihrer geschichtsträchtigen Altstadt zu entwickeln. Im so einnehmenden Gassengewirr mit pastellfarbenen Fassaden und stimmungsvollen Plätzen zeigen Vorher/Nachher-Fotos, wie sehr sich die Stadt durch die Sanierung der Häuser, das neue Straßenpflaster, Laternen und mehr gewandelt hat.

7 Um im gebirgigen Korsika in Halbhöhenlage zu einer Wanderung zu starten, muss man erstmal serpentinenreich auf schmalen Sträßchen zu einem der Bergdörfer hinaufkurven. So auch nach Balba, einem Ortsteil von Sisco am Cap Corse, wo unter anderem sogenannte »Amerikaner-Villen« zu entdecken sind, die sich Auswanderer nach der Rückkehr in ihren Heimatdörfern errichten ließen.

8 und 9 Kaum zu entscheiden, was mehr fasziniert, die blühende Macchia oder die traumhaften Ausblicke auf Meer, Genuesertürme und die vorgelagerten Inseln. Etappenweise lässt sich der Zöllnerweg auf Korsika erwandern, etwa mit Start in Macinaggio oder ab Barcaggio ganz im Norden des Cap Corse. Dort sind Begegnungen der anderen Art inklusive: auch der Kuhherde gefällt es am Strand.

10 Der Faubourg Saint-Marcel, ein ehemaliger Vorort von Paris, grenzt direkt an das Quartier Latin. Ein Spaziergang durch ein unspektakuläres Viertel mit Potenzial für Entdeckungen.

11 Die korsische Hafenstadt Bastia hat alles, was einen Städtetrip perfekt macht: eine italienisch wirkende Altstadt, das idyllische Hafenrund des Vieux Port, einladende Cafés, kulinarische Genüsse, geschäftige Einkaufsstraßen – und seit einiger Zeit verbindet ein spektakulärer Küstenweg den alten Hafen mit der Strandpromenade.

12 Selbst im beschaulichen Elsass ist im ein oder anderen malerischen Ort Overtourism ein Thema. Das beliebte Quartett Eguisheim, Kaysersberg, Riquewihr und Ribeauvillé bekommt den Menschenandrang kaum in den Griff. Wer die Elsassreise clever plant, schaut sich mal neben den touristischen Hochburgen um. Buntes Fachwerk, Blumenschmuck und eine lange Weinkultur gibt es auch nebenan, in Kientzheim und anderswo.

13 Der Parc de Saleccia im Nordwesten Korsikas mit seinen alten Olivenbäumen, schlanken Zypressen, ausladenden Pinien und vielen blühenden Pflanzen ist ein gepflegter Schaugarten mit Mittelmeer- und Macchia-Vegetation. Der zurückhaltende, aber kenntliche Formschnitt und die meisterhafte Kombination der Pflanzen machen den Charme des Parks aus – große Gartenkunst.

14 Alle bewohnten und erreichbaren bretonischen Inseln zu besuchen, steht auf meiner Bucket List ebenso wie das Erwandern möglichst vieler Etappen des Zöllnerwegs. Die Île Renote im Finistère, sehenswert wegen der bizarren Felsen aus rosa Granit, ist allerdings keine Insel mehr, sondern mit dem Festland verbunden.

15 Seit Anfang der 1980er Jahre zeichnet der Verein »Les plus beaux villages« Frankreichs schönste Dörfer aus. 184 Orte tragen das Label mittlerweile, das hört sich viel an, ist aber für ein so großes Land nicht etwa inflationär vergeben (so sind es in der ganzen Bretagne nur vier). In den mehr als vier Jahrzehnten seines Bestehens hat der Verein zur Tourismusförderung beigetragen, vor allem aber den Verfall historischer Architektur aufgehalten und die Landflucht abgeschwächt.

16 Die 3 Kilometer ins Meer ragende Landzunge Sillon de Talbert im Norden der Bretagne ist eine geologische Rarität und als geschütztes Küstengebiet ein Highlight für Naturfreunde.

17 und 18 Die Pariser U-Bahn ist mehr als ein Fortbewegungsmittel im öffentlichen Stadtverkehr und mehr als nur technisch interessant. In vielen Metrostationen sind Kunstwerke ein Blickfang, und ihre Ausstattung von den Metrofliesen bis zu den typischen Schalensitzen aus Kunststoff ein Stück Designgeschichte.

19 In den 1930er Jahren entwickelte sich die Côte d’Azur vom glamourösen Reiseziel und Winterkurort zur neuen (und vorläufigen) Heimat für Künstler, besonders das beschauliche Fischerdorf Sanary-sur-Mer. Auf den Spuren der deutschen Emigrantinnen und Emigranten führt ein Rundgang zu ihren Wohnorten.

20 »Tomatissimo« lautet die Kurzformel für das Château de la Bourdaisière in der Loire-Region. Denn interessanter als das Schlösschen selbst ist der Gemüsegarten mit rund 780 alten und neuen Tomatensorten. Ein Tipp für Blumenfreundinnen: Hinter dem »potager« versteckt sich noch ein Dahliengarten.

21 Die Zahl der uniformen Ladenketten nimmt in Paris zwar zu, doch noch sind sie seltener als in anderen Metropolen. Einzelhandel und Kleingewerbe sind in den Vierteln abseits der wichtigsten Sehenswürdigkeiten häufig noch bunt durchmischt. So wie in der Rue du Château d’Eau. Obwohl gerade im 10. Arrondissement die Zeichen auf Veränderung stehen.

22 Im Osten von Paris, auf einem Gelände an der Seine, das einst dem Weinhandel Raum bot, erstreckt sich seit drei Jahrzehnten das Grün des Parc de Bercy. Einige Weinreben und erhaltene alte Kellereigebäude, Schienen und Chais (Weinlager) erinnern an die Historie.

23 und 24 Aus Le Havre wollte ich beim ersten Besuch gleich wieder abreisen (schuld waren aber das Wetter und unzulängliche Bekleidung). Inzwischen liebe ich die Stadt, ihren Strand und ihre Architektur, die Markthalle und das Schwimmbad in den Docks, den botanischen Garten, das Musée d’art moderne und die Buchhandlung La Galerne. Den Masterplan, um die völlig zerstörte Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufzubauen, entwarf der französische Architekt Auguste Perret, ein Spezialist für das Bauen mit Beton. Heute zählt das Stadtensemble zum Unesco-Welterbe.

25 Zum Text über das Stadterneuerungsprojekt im Lyoner Quartier Confluence bin ich 2025 nicht mehr gekommen, habe das aber gerade nachgeholt. Auf der Halbinsel zwischen Saône und Rhône entstand eine Art Mustercity modernen Bauens in Frankreich.

C’est Quoi Ta France