AUF DEM KÜSTENWANDERWEG GR34: RUND UM ROSCANVEL

Wandern im Finistère: Die lange bretonische Küste bietet unzählige spektakuläre Orte – einer davon ist die Crozon-Halbinsel im Département Finistère. Vier Landzungen hat sie, die eine Art riesiges Kreuz im Meer bilden und sich alle als Wanderziel lohnen – wir haben uns für eine Tour rund um die Halbinsel Roscanvel an der nördlichen Seite entschieden, die jetzt im August etwas weniger frequentiert ist als das Cap de la Chèvre im Süden oder die Pointe de Pen Hir im Westen. An der Küste ist der weiß-rot markierte Sentier Côtier nicht zu verfehlen. Er ist Teil des Zöllnerpfad genannten GR34, auf dem sich die ganze Bretagne umrunden lässt. Doch mit der IGN-Wanderkarte 0418 ET Presqu’île de Crozon ausgerüstet, ist es leicht, Wege und kleinere asphaltierten Sträßchen zu finden, wenn man mal abkürzen will – so wie wir, als der leichte Sprühregen in dauerhaften Regenguss überging. Nach dem Start an der Kirche in Roscanvel geht es zunächst eine Weile noch durch mit Einfamilienhäusern oder Zweitresidenzen bebautes Gebiet, bevor man bei der Pointe des Espagnol direkt an die Küste gelangt und sich ein fantastischer Blick auf Brest eröffnet. Nun folgt der schönste Teil der Rundwanderung, immer am Meer entlang. Bei der Pointe des Capucins biegt man wieder landeinwärts und folgt der gelben Markierung quer über die Halbinsel zurück nach Roscanvel (14 Kilometer, Dauer 3 Stunden 30 Minuten).

Presqu’île de Roscanvel: Auf der nördlichen Landzunge der Crozon-Halbinsel erinnern noch viele Befestigungen, Geschützstellungen, Pulvermagazine, Truppenunterstände und Bunker an frühere Zeiten. Nicht alle wurden erst im Zweiten Weltkrieg erbaut, wie der von deutschen Truppen errichtete U-Boot-Bunker, den man im Hafen von Brest gegenüber erkennen kann. Ein Fort an der Pointe des Espagnols, einer rund 60 Meter hohen Felsklippe, hatten die bretonischen Herzöge schon im späten Mittelalter errichten lassen, und während der Religionskriege bezogen (die namengebenden) Spanier hier im Jahr 1594 Stellung, um die Engstelle der Bucht von Brest zu kontrollieren. In einer blutigen Schlacht mit Tausenden Toten wurde die strategisch wichtige Landspitze zurückerobert. Auch in den darauffolgenden Jahrhunderten bis zum Zweiten Weltkrieg entstanden hier Militärbauten. Das Fort an der Pointe des Capucins auf einem vorgelagerten Inselchen wurde Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet und durch Bombardements im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Heute gehört es dem Conservatoire du Littoral, der französischen Küstenschutzbehörde.

Festival Au Bout du Monde: Es ist gar nicht so ungewöhnlich, dass immer gerade ein Festival stattfindet, wo immer im Finistère man wandern oder eine Insel wie Ouessant aufsuchen will – Musik ist in der Bretagne allgegenwärtig. Auf dem Festival »am Ende der Welt« war an drei Tagen jetzt Anfang August wieder eine große Bandbreite an Musikern geladen: La Rue Ketanou ist eine der bekannteren bretonischen Combos, die Bläsertruppe Mefisto Brass kommt aus Italien, Labess ist für Chaâbi bekannt, traditionelle algerische Klänge, Mokhtar für Fusion Jazz, die Schweizer Gruppe Black Sea Dahu für Folk. Aber damit nicht genug, andere Bands brachten ungarischen und baskischen Punk, Britpop, französisches Chanson und Electro House, Afro Jazz aus Senegal und Reggae aus Jamaika auf die Bühnen (www.festivalduboutdumonde.com).

Roscanvel Pointe des Espagnols Crozon-Halbinsel

Roscanvel Pointe des Espagnols Crozon-Halbinsel

Roscanvel Crozon-Halbinsel Heide

Roscanvel Crozon-Halbinsel Heide