KATALANISCHER SALATKLASSIKER: TOMATENSALAT MIT ZWIEBELN

Bon profit! Guten Appetit! Rund um das Mittelmeer setzt man wohl in jedem Land auf reife Tomaten als saisonale Zutat für einen erfrischenden Sommersalat. Meist unterscheiden sie sich nur in Nuancen, mal kommen noch Oliven hinein, mal geröstete Brotwürfel wie in den italienischen Panzanella, mal Zwiebeln wie in den mallorquinischen »Trempó« und den katalanischen »Amanida de Tomàquet«, mal noch Wassermelone, Granatapfelkerne oder Gurke wie in meinen Gazpacho-Salat. Flüssigkeit und Samen der Tomaten werden nicht entsorgt, denn gutes, aromatisches Olivenöl und viel Tomatenflüssigkeit sind das »Katalanische« am Salat – seinen Namen verdankt der »Trempó mallorquí« dem Verb trempar, eintunken, tunken, eintauchen. Knuspriges Landbrot oder geröstetes Weißbrot sind also Pflicht zum Salat, mit dem man den würzigen Saft auftunken kann. In meiner Erinnerung verbindet sich Katalonien unauflöslich mit »Pa amb tomàquet«, dem Röstbrot mit Olivenöl und Tomate – denn das gab es sechs Wochen lang jeden Nachmittag als Imbiss, wenn die Kinder meiner Gastfamilie aus der Schule kamen. Und wann immer ich bei späteren Reisen zum Frühstück die Wahl zwischen Konfitüre oder Tomatenbrot hatte, habe ich nicht lange gezögert.

 

1 weiße Zwiebel (oder 2 kleine) • 350 g Tomaten • 4 rote Spitzpaprika

4 EL Olivenöl • 2 EL Tomaten-, Sherry- oder Rotweinessig

2 Knoblauchzehen • Meersalz und Pfeffer

1 Ziegenfrischkäsetaler (nach Belieben)

 

Die Zwiebeln schälen und vierteln. Während der Zubereitung der restlichen Zutaten in einem Schälchen mit Essig und heißem Wasser übergießen, was sie milder macht. Tomaten in kleine Würfel schneiden. Die Paprikaschoten mit dem Sparschäler häuten, von Scheidewänden und Stielansatz befreien und ebenfalls würfeln. Die Zwiebeln abgießen und würfeln. Den Knoblauch schälen und fein hacken. In einer Schüssel alle Zutaten mischen, das Olivenöl und den Essig hinzufügen und mit Salz und Pfeffer würzen. Nach Belieben etwas Ziegenfrischkäse unter die Vinaigrette rühren, das macht sie cremiger, aber der Salat schmeckt auch ohne ganz hervorragend zu geröstetem Brot.

Katalanische Küche: In Catalunya stehen die besten Lebensmittel aus dem Meer und den Bergen (»mar i muntanya«) zur Verfügung, doch trotz hervorragendem Fisch, Fleisch und den renommierten Wurstwaren spielt einfaches Gemüse die Hauptrolle auf dem katalanischen Speiseplan. Im Hinterland oder im »hort«, dem Gemüsegarten, können dank des milden mediterranen Klimas vielerlei Sorten von »carxofes« (Artischocken) und »calçots« (Frühlingszwiebeln) über »espàrrecs« (Spargel), »espinacs« (Spinat) und »favetes« (Dicke Bohnen) bis zu »cebas« (Zwiebeln) angebaut werden. Kohl und Kartoffeln sind die Basis für deftige Gerichte, und letztlich verbindet die katalanische Küche mehr mit der südfranzösischen als mit der südspanischen.

Salatzutaten

Print Friendly, PDF & Email