VON MARSEILLE BIS MENTON: ADAC-REISEMAGAZIN SÜDFRANKREICH

Jetzt im Zeitschriftenregal: Das regelmäßig erscheinende Reisemagazin vom ADAC widmet seine Januar-/Februar-Ausgabe 2020 Südfrankreich. Drei auf dem Cover angeteaserte Themen sollen neugierig machen, mich interessiert nur eines davon: Bistroküche und Streetfood in Nizza. Nach einem Blick ins Inhaltsverzeichnis kaufe ich das Magazin, weil auch Marseille, Grasse und Saint-Tropez Thema eigener Reportagen sind.

A wie Arles, Avignon, Aix-en-Provence: Drei Städte im Kurzporträt und die magazinige Rubrik »Kurz & gut« zeigen die Crux eines solchen Hefts – ausschließlich originell darf es wohl nicht sein, ein gewisser Anteil Altbekanntes und Bewährtes muss untergemixt werden, manch einer will die Region ja vielleicht erst entdecken. Also geht es wohl nicht ohne Pont du Gard und andere Römerbauwerke, doch alle Seiten für Südfrankreich-Newbies sind mit Illustrationen grafisch toll gestaltet und mit nur einer Seite oder Doppelseite jeweils auch knapp und überblicksartig gehalten. Pastis und weißer Nugat, Château d’If und Cassis, Flohmarkt in L’Isle-sur-Sorge und ein Lavendelfeld auf dem Cover – alles erwartbar, nimmt aber auch nicht zu viel Raum ein.

Städtehopping und Wild Swimming: Viel Platz bekommen schöne Hotels – für Leserinnen wie mich und andere Reisende, die die Region gut kennen, aber gern immer wieder neu entdecken, gut zu gebrauchen. Zwei, drei oder mehr werde ich sicher ausprobieren. Die perlenartig an der Küste aufgereihten Städte und kleinen Häfen an der Côte d’Azur sind ja ideal für das Hopping von Station zu Station geeignet. Wer will schon an einem Ort bleiben, wenn es überall schön ist. Eine Reportage ist der Camargue gewidmet, eine andere dem Boule- und Pétanquespiel in Marseille, das dort täglich an jeder Ecke und einmal im Jahr auch als großes Turnier zelebriert wird. Eine Fotostrecke zeigt Bergseen und Wasserfallbecken im Hinterland von Nizza, nach dem Überraschungserfolg des Buchs »Wild Swimming in Frankreich« von Daniel Start die Idee sozusagen nett runtergebrochen auf eine lokale Ecke. Eine Doppelseite verrät aber natürlich auch, wo die schönsten Strände warten. Der Beitrag übers Sparen im teuren Saint-Tropez bringt wenig Erhellendes, Zelt statt Hotel, Imbiss statt Restaurantmenü, Strandtuch im Sand statt kostenpflichtiger Liege und Sonnenschirm – da wäre man auch selbst drauf gekommen.

Petit Farcis: Am meisten hat mich der Artikel zu Nizza interessiert. Petit Farcis, mit Fleisch gefülltes Minigemüse, ist dort eine Spezialität, und Petit Farcis heißt auch die Kochschule der Kanadierin Rosa Jackson, die in Nizza auch Markt- und Streetfoodtouren anbietet. Dann wird vormittags auf dem bunten Wochenmarkt am Cours Saleya eingekauft, Pissaladière oder Socca probiert (Zwiebelkuchen mit Anchovis und Kichererbsenfladen) und mit den Zutaten gemeinsam gekocht. Entsprechend gut sind Einkaufs- und Einkehrtipps im Adressteil zur Reportage. Von den genannten Adressen waren hier auf meinem Blog schon das Maison Auer (kandierte Früchte) und der Markt am Cours Saleya Thema, Chez Pipo und weitere Lokale empfehle ich in meinem Côte d’Azur-Reiseführer, der im Oktober 2019 erschienen ist.

Fazit: Ein lesenswertes Magazin!

ADAC Reisemagazin Südfrankreich, 8.95 €, im Zeitschriftenhandel und im Adac-Shop erhältlich

 

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