DEUTSCHLANDS MARKTHALLEN: KLEINMARKTHALLE IN FRANKFURT

Schnuppertour: Im Mix der Frankfurter Baustile – von den rekonstruierten historischen Fachwerkhäusern der Altstadt rund um den Römer bis zur Skyline der gläsernen Bürotürme – trumpft die Kleinmarkthalle so gar nicht auf. Doch ihr unscheinbares Äußeres täuscht: Innen wird den Stadtbewohnern und Frankfurt-Besuchern so einiges geboten, zum Wochenende hin drängen sich hier Hobbyköchinnen und Schlemmer. Rund 60 Stände, viele davon familiengeführt, bieten auf 1200 Quadratmetern Feinkost, Tee und Kaffee, Essig und Öl, Brot und Käse, Fleisch und Wurstwaren, Törtchen und Pralinen sowie am größten Stand der Halle Blumen, Kräutertöpfe und Sämereien. Und außer Zutaten fürs Kochen daheim auch fertig Vorbereitetes zum Mitnehmen: belegte Ciabatta, orientalische Salate, italienische Antipasti und mehr. Die Markthalle stammt aus der Mitte der 1950er-Jahre, nachdem ihr Vorgängerbau im Krieg zerstört wurde; durch die schräg in den Stahlskelettbau eingehängte Glasfront an der Nordseite erhält sie viel Licht. Ihren Namen verdankt die Kleinmarkthalle der Tatsache, dass es seit Ende der 1920er-Jahre im Frankfurter Ostend auch eine Großmarkthalle gab, erbaut vom Architekten Martin Elsaesser, der auch die schöne Markthalle in Stuttgart entwarf.

Weltoffen: In der Kleinmarkthalle ist Frankfurt kosmopolitisch. Dem Erzeugermarkt an der Konstablerwache macht die Kleinmarkthalle nur bedingt Konkurrenz, denn hier gibt es zwar auch Obst und Gemüse aus der Umgebung und regionale Spezialitäten, vor allem aber Kulinaria aus aller Welt, von Griechenland über Spanien bis nach Südamerika. So bieten das Persienhaus und der Stand für persische und asiatische Spezialitäten eine bunte Vielfalt an Gewürzen, Reismischungen, Trockenfrüchten und Nüssen. Auch Italien ist gut vertreten mit frischer Pasta und Pesto, Schinken- und Salami-Aufschnitt, Oliven und Dolci. Also was für zu Hause mitnehmen? Ein Spessart-Bauernbrot in Bio-Qualität, selbst gemachtes Sauerkraut und Gemüsebrühe von Lebe Gesund, im Frühjahr eine Kräutermischung für die Grüne Soße (Petersilie, Borretsch, Pimpinelle, Kerbel, Sauerampfer, Schnittlauch, Kresse) von Frieser, ein Töpfchen von Kornmayers Altem Frankfurter Senf, die berühmte hessische Ahle Worscht, ein Perlhuhn von Ludus et Gallinis, Frischkäse und handwerklich hergestellte Käsesorten von Käse Thomas, Granatapfelpaste, Rauchmandeln, Dukka und Couscous Oriental von einem der Gewürzstände.

Früh- oder Dämmerschoppen: Bevor die Einkaufsliste abgearbeitet wird, stärkt man sich am besten an der Cafébar der Frankfurter Kaffeerösterei mit einem Espresso oder Cappuccino. Auf der Terrasse des Weinguts Rollanderhof im Obergeschoss trifft sich die lokale Hautevolee nach dem Erwerb der fürs Wochenende benötigten Waren zum gemütlichen Samstagsschoppen. Oder tut sich auf der Empore in der Mare Blu Austernbar an frisch zubereiteten Meeresfrüchten gütlich. Traditionalisten schwören allerdings auf Ilse Schreiber – legendär ist die lange Schlange, die sich mittags an ihrem Wurststand bildet. Was Sie probieren sollten? Natürlich das typisch Frankfurter »Stöffche«, also Ebbelwei, der gerade bei Genießern ein Comeback erlebt, und den es inzwischen still oder prickelnd, trocken oder fruchtsüß, sortenrein oder als Cuvée gibt.

 

Hasengasse 5–7, 60311 Frankfurt am Main

https://kleinmarkthalle.de

Frankfurt Kleinmarkthalle

Frankfurt Kleinmarkthalle

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