PARIS FÜR HOBBYKÖCHINNEN

Für Koch-Enthusiasten: In der Rue Montmartre und in den Nachbarstraßen reihen sich nicht nur einladende Caféterrassen, kleine Designer-Boutiquen und schicke Hotels aneinander. Gleich vier Spezialisten, neben E.Dehillerin auch Mora, A. Simon und La Bovida, versorgen mit Küchenutensilien von der Backform bis zur Zitronenpresse. Paris ist für Feinschmecker und Foodies eine Reise wert, keine Frage. Doch überdies machen es alteingesessene Küchenläden auch Hobbyköchen leicht, nach fehlenden Teilen für ihr Equipment zu stöbern.

Fundgrube: Gestylt ist der Laden wirklich nicht, sondern eher eine Art Warenlager – aber einer der bestsortierten Küchenläden Frankreichs. Bei E. Dehillerin, seit 1820 Spezialist für Küchengeräte, sind ambitionierte Hobbyköche fast im Paradies (18 rue Coquillère, Métro: Les Halles, www.edehillerin.fr). Der Laden ist bis unter die Decke vollgestopft mit Kupfertöpfen, Wiegemessern und Spezialwerkzeug. Eine wunderbare Fundgrube, in der es ganz altmodische Dinge gibt, die sonst kaum noch aufzutreiben sind, und riesige Größen, Schöpflöffel wie Fußbälle und Kochtöpfe für Hundertschaften, denn hier decken sich nicht nur Privatleute, sondern auch Profiköche ein. Bei Dehillerin habe ich mir kleine gusseiserne Bräter mit 16 Zentimeter Durchmesser von Staub gekauft, die in anderen Läden gar nicht zu bekommen sind, da es eigentlich eine Gastronomiegröße ist. Ich finde sie toll, um darin die Portionen zuzubereiten und zu servieren. Abgeguckt habe ich mir das im Restaurant »Les Cocottes« von Christian Constant in der Rue Saint-Dominique – »cocotte« heißen solche Schmortöpfe in Frankreich.

Mora, La Bovida und A. Simon: Bei Mora (13 rue Montmartre, www.mora.fr), das 2014 schon sein 200-jähriges Bestehen feiern konnte, wird außer dem Koch auch die Zuckerbäckerin glücklich, so groß ist die Auswahl an Backformen, Ausstechern, Spritzbeuteln mit Tüllen jeglicher Art. Eine Form eigens für Panettone oder Cannelés? Gibt’s. Für Muffins, Madeleines, Savarin oder Baguette? Gibt’s auch. Außerdem Siebe, Rührschüsseln, feuerfeste Handschuhe fürs Bonbonziehen und vieles mehr. Schräg gegenüber folgt mit La Bovida ein weiterer Spezialist für Kochutensilien (36 rue Montmartre, www.labovida.com), der auch schon knapp 100 Jahre Erfahrung vorweisen kann und seit 1936 in genau diesem Eckgeschäft mit der grünen Fassade beheimatet ist. Zunächst war La Bovida eine »boyauderie« und versorgte seit 1921 (Wurst)Metzger und Schlachter mit Därmen. 1925 kam ein Gewürz- und Kräuterhandel dazu, später Equipment und Elektrogeräte; heute seien über 9000 Produkte im Sortiment, und La Bovida stattet auch Hotel- und Restaurantküchen, Kantinen und Cafés aus. Wenige Schritte weiter, jenseits der Rue Etienne Marcel, lockt A. Simon (48 rue Montmartre) auch mit Glas und Porzellan.

Ganz in der Nähe: Im weitgehend autofreien Sentier, so heißt das Viertel, ist die Rue Montorgueil die lebhafte Marktstraße des Viertels. Hier sorgen Bäcker und Fischhändler, Weingeschäft und Käsespezialist noch für den täglichen Bedarf der Anwohner. Der bunte Straßenmarkt ist der letzte Überrest des alten Hallenviertels, geschäftig wie eh und je. Ein besonderer Tipp ist die Pâtisserie Stohrer in einem denkmalgeschützten Laden mit verspiegelten Wänden und Art-déco-Kacheln. Eine Adresse für ein Mittagessen lässt sich hier leicht finden, für den Apéro empfehle ich die Terrasse des Café du Centre mit Blick auf die Rue Montorgueil oder Night Flight, die Bar des schicken Hotel Bachaumont in der gleichnamigen Seitenstraße. Sehr empfehlenswert ist ein Abstecher durch die Rue Tiquetonne zur wunderschön restaurierten Passage du Grand Cerf.Die Passage du Bourg l’Abbé gleich gegenüber, jenseits der Rue Saint Denis, verharrt dagegen noch in Dornröschenschlaf. An ihrem Ende beschließt das hübsche Weinbistro GAG unseren Einkaufsbummel – denn wo würde ein Genießer, Foodie oder Hobbykoch lieber einkehren, als in einem Lokal mit dem Motto »GrasAlcoolGluten«?

REDAKTIONELLER BEITRAG / WERBUNG OHNE AUFTRAG

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