GORGES DE L’ARDÈCHE

Pont d’Arc – Wahrzeichen der Region: In ihrem südlichen Teil hat die Ardèche eine beeindruckende Schlucht aus den Felsen ausgewaschen, der überwältigendste Abschnitt liegt zwischen Vallon-Pont-d’Arc und Saint-Martin-d’Ardèche. Von der kurvenreichen Panoramastraße oben am Rand bieten ein Dutzend Aussichtspunkte einen schönen Blick auf die Flussschleifen, aber am besten lässt sich die Schlucht mit dem Boot erleben. Kurz hinter der Einsatzstelle in Vallon-Pont-d’Arc ist eine erste Stromschnelle, der Rapide Charlemagne, zu überwinden, dann ist schon der Pont d’Arc erreicht. Das natürliche Felsentor, ein gewaltiger, 66 m hoher Brückenbogen, der die Ardèche überspannt, ist wohl das meistfotografierte Motiv der Region. Hier herrscht meist Betriebsamkeit auf und am Wasser, da man auch über die Straße nahe herankommt und die Badestelle beliebt ist.

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Paddlertrubel im Canyon: Dann beginnen die bis zu 300 m hoch aufragenden Felswände, weiter flussabwärts folgt der Cirque de la Madeleine, eine weite Schleife der Ardèche. In der Nebensaison teilen sich nur Kajakfahrer und einige wenige Wanderer die Schlucht. Das sportliche Vergnügen steht dabei im Vordergrund. Im Juli und August dagegen wird es richtiggehend voll und die Schlucht hallt wider vom Rufen der Menschen und vom Geräusch der Paddel, die gegen Hartplastik schlagen. Bei niedrigem Wasserstand kann es geradezu zu Staus an den Stromschnellen kommen – allein in den beiden Sommermonaten Juli und August passieren pro Tag bis zu 3000 Boote die Gorges! An den absoluten Spitzentagen schubsen Feuerwehrmänner die Boote durch die Engstellen, damit es überhaupt vorwärtsgeht. Ohne vorherige Reservierung sind an solchen Tagen keine Boote mehr zu bekommen, und der Witz, statt allein auf dem Fluss zu sein, könne man zu Fuß über das Wasser laufen, enthält mehr als ein Körnchen Wahrheit.

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Abenteuer mit Stromschnellen: Bei den meisten »Rapides« muss ein Felsen im Wasser umfahren oder eine Engstelle passiert werden. Vom Bootsverleiher erhält man Hinweise, auf welcher Seite man sich halten sollte, um mit Schwung und rechtzeitigem Steuern am Hindernis vorbeizukommen. Welche Stellen eine besondere Herausforderung sind, etwa scharfe Biegungen in Kombination mit höhlenartig ausgewaschenen Felswänden, erkennt man meist schon an den vielen Zaungästen, die hier auf das Kentern ihrer Zeitgenossen warten. Sportliche schaffen die 32 km lange Strecke in 5 bis 6 Std.; gemächlicher lässt sich die Landschaft bewundern, wenn man Pausen einplant und und Proviant mitnimmt. Dann kann man sich langsam treiben lassen, an den fast senkrecht aufragenden Felswänden emporschauen und die Tour durch die unter Naturschutz stehende Schlucht so richtig genießen. Zur verabredeten Zeit taucht der Minibus auf und sammelt Mensch und Material wieder ein.

 

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