AUSFLUGSTIPP ARDÈCHE: VALVIGNÈRES

Vallis Vinaria: Schon vor 2000 Jahren umgaben zahlreiche Weinberge das Dorf, das in der gallo-römischen Zeit daher Vallis Vinaria (Weintal) hieß, der sprachliche Ursprung für den heutigen Namen Valvignères. Im Mittelalter erhielt Valvignères seine wehrhafte Gestalt – gleich zwei befestigte Mauern umgeben den Ort. Und nach wie vor erstrecken sich die Rebreihen rund um den Ort, ab und zu unterbrochen von Lavendelfeldern, aufgegebenen Terrassenkulturen und Garrigue. Hier wachsen auf den kalkhaltigen Böden dank mediterranem Klima vor allem Grenache, Syrah, Cabernet, Merlot, Carignan, Cinsault für Rotweine und Rosé, Viognier, Chardonnay, Sauvignon, Marsanne und Grenache blanc für Weißweine – wieder, muss man wohl sagen, denn die Reblauskatastrophe im Weinbau traf Frankreich besonders hat und zwang viele Valvignérois, ihre Heimat zu verlassen. Knapp 450 Einwohner hat Valvignères heute, Mitte des 19. Jahrhunderts waren es noch fast dreimal so viel.

Doppelt gesichert: Der älteste Teil des Orts gruppiert sich um die romanische Kirche Saint-Symphorien aus dem 12. Jahrhundert, die Place des Catalpas und die Reste des mittelalterlichen Forts. Rund um diesen älteren befestigten Dorfkern entstanden innerhalb der zweiten Stadtmauer im 15. und 16. Jahrhundert weitere Häuser. Besonders charmant sind die so entstandenen hübschen kleinen Plätze im Ort. Rund um die Place de la Fontaine etwa sind historische Winzerhäuser zu entdecken. Typisch hier im Bas-Vivarais sind die »caves« im Erdgeschoss, die Weinkeller. Häufig führt eine Treppe zum Eingang im Obergeschoss, vor dem gemauerte Säulen eine überdachte Loggia begrenzen. Als schönster Renaissancebau gilt die Maison de Bonas an der Place des Remparts. Das verschlafene Dorf steht im deutlichen Kontrast zur touristischen Betriebsamkeit in Ruoms und Vallon-Pont-d’Arc, hat aber seit einiger Zeit wieder eine empfehlenswerte Einkehradresse: Die Auberge de l’Helvie wartet mit Terrasse, Restaurant und Bar auf, außerdem vermieten die beiden Patrons Coco und Ricou auch Zimmer.

Die Weinregion Ardèche: Die 1952 gegründete Cave coopérative von Valvignères produziert ihre Weine aus den Trauben von rund 30 genossenschaftlich organisierten Winzern mit etwa 420 Hektar Rebfläche. Als unabhängige Winzer einen Namen gemacht haben sich Denis Robert und Sébastien Pradal vom Bioweingut Mas d’Intras und das Geschwisterpaar Gérald und Jocelyne Oustric mit der Domaine du Mazel, die ihre Weinfelder biodynamisch bewirtschaften. Das Hochplateau, auf dem Valvignères liegt, gehört teils zum Weinanbaugebiet Côtes du Vivarais (Bidon, Gras, Lagorce, Larnas, Saint-Montan, Saint-Remèze beispielsweise), Valvignères und Alba-la Romaine dagegen zählen zur Appellation IGP Ardèche, die mehr als 300 Kommunen im ganzen Département umfasst – mit entsprechend vielfältiger Bodenbeschaffenheit und Weincharakteristik. So haben es die Weine der Ardèche weiterhin schwer gegen die bekannteren Nachbarn im Rhône-Tal und der Provence, auch wenn die Appellation Côtes du Rhône bis in den Norden des Départements Ardèche hineinreicht.

www.masdintras.de

www.cavevalvigneres.fr

www.restaurant-valvigneres.com

 

Valvignères Ardèche

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