DIE SCHWÄBISCHE ALB ALS REISEZIEL

Raus aufs Land: Lohnende Erlebnisse warten auf der Schwäbischen Alb, vor allem Naturschätze lassen sich entdecken – weite Hochflächen und schroffe Felsen, die steile Traufkante mit grandiosen Ausblicken ins sanfte Vorland mit seinen Streuobstwiesen, sonnige Wacholderheiden und schattiger Tannen- und Buchenwald, viele Karsthöhlen, ein paar Wasserfälle und grüne Talwiesen, sogar mit einem Meteoritenkrater und Vulkanschloten kann das Juragebirge aufwarten. Es genügen ein paar Schritte, einmal tief durchatmen, schon tankt man die Speicher auf und kann den Urlaub vom Alltag genießen, denn große Teile der Alb blieben frei von Industrie und Gewerbe.

Willkommen im Ländle: Als Mittelgebirge zieht sich die Schwäbische Alb diagonal vom Südwesten Baden-Württembergs nach Nordosten. In früheren Jahrhunderten kennzeichnete bittere Armut die Region, nur die Textilindustrie brachte bescheidenen Wohlstand. Wer heute auf den Hochflächen der Schwäbischen Alb unterwegs ist, erlebt dennoch eine vielgestaltige Kulturlandschaft, mit Eiszeithöhlen und keltischen Siedlungen, Fachwerk und barocker Pracht, mit einer Vielzahl an schönen Aussichtspunkten, prächtigen Klöstern und Schlössern, mittelalterlichen Burgruinen und originellen Museen. Und Abwechslung für Aktivurlauber, die das Naturerlebnis mit urbanem Flair verbinden möchten, bieten die belebten Städte und Städtchen am Rand der Alb von Aalen im Osten bis Tuttlingen im Westen, von Reutlingen und Tübingen im Norden bis zu Ulm im Süden. Sie locken nicht nur mit Altstadtgassen und belebten Marktplätzen, sondern auch mit Kultur- und Musikveranstaltungen, einladenden Shoppingmeilen und Genuss-Festivals. Schwäbische Gastlichkeit und Weingenuss beschränken sich jedoch keineswegs auf die Städte, einige Landgasthäuser, die auf Regionalität und Nachhaltigkeit setzen, sind gute Adressen für hausgemachte Schmankerl. Mehr dazu im Regioführer Schwäbische Alb: Der Band erscheint jetzt im April im Vistapoint Verlag und ist echtes Teamwork – Texte, Adressen und einige Fotos von mir, Blogbeiträge von Antje Seeling (www.delicioustravel.de) und Highlights aus »1000 Places«.

 

Meine elf Lieblingsorte

Tübingen: Die hübsche Universitätsstadt am Neckar ist vielseitig und besitzt Flair – einerseits geht es mit Fachwerk und Kopfsteinpflaster traditionell und gemütlich zu, andererseits ist die kosmopolitische junge studentische Szene zukunftsorientiert und immer in Bewegung.

Truppenübungsplatz Münsingen: Zentrum des rund 85.000 ha großen Biosphärengebiets Schwäbische Alb ist der ehemalige Truppenübungsplatz, der 110 Jahre lang militärisch genutzt wurde. Wo einst Nato-Truppen und die Bundeswehr zur Gefechtsausbildung antraten, kann seit 2005 die Natur erkundet werden.

Lautertal: Auf dem Weg zur Donau schlängelt sich das Flüsschen rund 50 Kilometer durch ein tief eingeschnittenes Tal. Die zauberhafte Flusslandschaft mit meterhohen Felswänden und Burgruinen, Laubwald, Wacholderheiden und grünen Talwiesen ist ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Radler.

Schwäbisch Gmünd: Mit seinen prächtigen Fachwerkbauten und historischen Türmen, Überreste der mittelalterlichen Stadtbefestigung, zählt die Stadt im Vorland der Schwäbischen Alb zu den schönsten Orten Württembergs.

Burg Hohenzollern: Auf einem Bergkegel vor der Steilkante der Alb thront eindrucksvoll Burg Hohenzollern, ein Touristenmagnet für Gäste aus aller Welt. Das Märchenschloss entstand im 19. Jahrhundert im neugotischen Stil, nachdem die mittelalterlichen Vorgängerbauten im Lauf der Zeit verfallen waren.

Freilichtmuseum Beuren: Rund zwei Dutzend historische Wohn- und Wirtschaftsgebäude wurde gerettet und hierher versetzt und vermitteln anschaulich ein Bild vom Dorfalltag in früheren Zeiten. Viele Veranstaltungen und Mitmach-Aktionen beleben das idyllisch gelegene Freilichtmuseum.

Schloss Lichtenstein: Das »Märchenschloss Württembergs« liegt hoch über dem Echaztal auf steilen Felsen. Architektur und Innenausstattung lassen die Romantik weiterleben, denn das malerische Bauwerk versteht sich als Huldigung an das Mittelalter und wurde im 19. Jahrhundert durch einen Roman von Wilhelm Hauff inspiriert.

Oberes Donautal: Mit welcher Naturgewalt sich Wasser seinen Weg bahnt, zeigt das tiefe Tal zwischen den Kalkfelsen der Schwäbischen Alb, durch die sich junge Donau vor Millionen Jahren gegraben hat. Einen fantastischen Blick auf den Donaudurchbruch bietet etwa der Eichfelsen flussabwärts Beuron. Hier zwischen Tuttlingen und Sigmaringen zeigt sich der später so mächtige Strom noch ursprünglich und fließt gemächlich in vielen Schleifen durch das stellenweise enge Tal.

Ulmer Münster: Das Wahrzeichen der Stadt ragt rund 161 Meter in die Höhe: Damit besitzt das Ulmer Münster, für das der Grundstein 1377 gelegt wurde, den weltweit höchsten Kirchturm. Fertiggestellt wurde der monumentale Bau erst fünf Jahrhunderte später. Hat man mehr als 760 Treppenstufen erklommen, bietet sich ein weiter Rundumblick.

Blaubeuren: Der Blautopf, Heimat der schönen Lau, verzaubert mit seiner leuchtend blauen Farbe. Wie ein romantischer Weiher, in dessen Wasser sich das alte Mühlrad spiegelt, wirkt die Karstquelle der Blau. Doch unter ihr verbirgt sich das größte unterirdische Höhlensystem der Alb.

Wimsener Höhle: Einzigartig unter den fast 3000 bekannten Höhlen ist die Wimsener Höhle, die tiefste erforschte Unterwasserhöhle Deutschlands – und als einzige mit dem Boot befahrbar. Wasser hat die Schwäbische Alb, die hauptsächlich aus Kalkgestein besteht, über Jahrtausende geformt. So ist die Alb die wohl höhlenreichste Region Deutschlands und ein Traumziel für alle, die gern unterirdisch auf Erkundungstour gehen. Und die Funde an Eiszeitkunst in einigen Höhlen im Ach- und Lonetal, die seit 2017 als »Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb« zu den UNESCO-Welterbestätten zählen, sind in mehreren Museen zu bestaunen.

Schwäbische Alb Lautertal Wacholderwiesen

Schwaebische Alb Mosaik

Schwäbische Alb Lichtenstein

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