GASTHOF WALDRUHE IN SEXTEN

Die »Sextner Sonnenuhr«: In etwa 45 Minuten ist der steile Aufstieg von Sexten unten im Tal zum Berggasthof auf beinahe 1600 Höhenmetern geschafft. Der Appetit auf eine handfeste Stärkung ist also redlich verdient. Hoch oben am Südhang des Helms, sozusagen auf der Sonnenseite der Alpen, liegt der Gasthof Waldruhe. Im Winter fühlt man sich gleich in der urigen Zirbenstube wohl, im Sommer bestaunt man das grandiose Bergpanorama von der Terrasse. Der Ausblick umfasst Neuner, Zehner (Sextner Rotwand), Elfer, Zwölfer und Einser: Zusammen bilden die markanten fünf Dolomiten-Gipfel ein ganz besonderes Naturschauspiel – eine einzigartige steinerne Sonnenuhr (vom benachbarten Bad Moos aus betrachtet steht die Sonne zur Wintersonnenwende um 12 Uhr genau über dem Zwölfer und um 13 Uhr genau auf der Spitze des Einsers).

Cucina tirolese: Zur zünftigen Brettljause kann man hier einkehren oder zu Kaffee und Apfelstrudel. Doch mindestens so sehr lohnt die traditionelle Südtiroler Küche, die hier aufgetischt wird. Zum ohnehin freundlichen Empfang und der gemütlichen Atmosphäre im Gasthof von Familie Senfter gehört auch, dass Küchenchef Stefan die Gäste persönlich begrüßt und zum Abschied einen hausgemachten Honigschnaps offeriert. Fleischliebhabern sei das köstliche Rindsgulasch mit Speckknödeln empfohlen, aber gerade die bodenständige bäuerliche Alpenküche hat wunderbare vegetarische Gerichte zu bieten: Schmarrn und Nocken in allen Variationen, Schlutzkrapfen, Polenta und Pasta. In der Waldruhe können Vegetarier und Flexitarier daher nicht nur einen Alibisalat ordern, sondern haben die große Auswahl zwischen Spinatknödeln, Rohnenknödeln, Bandnudeln mit Steinpilzen, Polenta mit Sextner Bergkäse, Gemüsesuppe und vielem mehr. Mit Spinat und Topfen (Quark) gefüllte Tirtlan (knusprig gebackene Teigtaschen) sind eine besondere Spezialität im Pustertal, das auch für Rohnen (Rote Bete) und Kartoffeln bekannt ist – wie der Vinschgau für Marillen (Aprikosen) oder das Eisacktal für Kastanien und Walnüsse.

Käse aus dem Hochpustertal: In der Waldruhe hatten wir auch den Käseteller von der Vesperkarte bestellt, üppig bestückt mit heimischen Käsesorten vom geräucherten Topfen über Stangen- und Pfefferkäse bis zu Alm- und Bergkäse. Aus der Milch von Bergbauern stellt die Käserei in Sexten nach alter Tradition Butter, Sahne, Quark, Ricotta, Mozzarella und Mascarpone her sowie schon vielfach ausgezeichnete Käsesorten, darunter die Südtiroler Spezialität Graukäse. Auf der Heimfahrt mit im Gepäck waren daher nicht nur Honig, Südtiroler Speck und Almkräutertee, sondern auch der würzige Sextner Montelmo und der Bauernkäse. Schon im Jahr 1926 wurde die Käsereigenossenschaft von 47 Sextner Bauern eigens ins Leben gerufen, um durch die gemeinsame Verarbeitung und Vermarktung der vorwiegend von Berghöfen produzierten Milch ein besseres Einkommen für die Bauern zu erwirtschaften und ihr Abwandern zu verhindern.

Slow Food: Der Berggasthof Waldruhe gehört zu den von Slow Food empfohlenen Adressen in dem seit über 25 Jahren jährlich herausgegebenen Führer »Osterie d’Italia«. Der Gastroguide weist den Weg zu Osterien, Trattorien, Enotecen und Bars, die sich der originären regionalen Küche, ursprünglicher Gastlichkeit und sinnlichem Genuss verschrieben haben, die in ihrer Küche Produkte aus eigenem Anbau verarbeiten und vegetarische Menüs anbieten. Damit ist »Osterie d ́Italia« unverzichtbar für alle Italienfans und ein idealer Begleiter, um die echte italienische Regionalküche und Lebensart zu entdecken.

Gasthof Waldruhe, Ausserberg 6, 39030 Sexten, Tel. +39 0474 710512, Di–So 9.30–22.30 Uhr

http://www.gasthof-waldruhe.com

Käserei Sexten, Schiessstandweg 6, 39030 Sexten, Tel. +39 0474 710251, Mo–Sa 7–12, 15.30–19 Uhr

http://www.kaeserei-sexten.com

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