NEUE KOCHBÜCHER IM FRÜHJAHR 2020

Neue Foodtrends? Paleo, Clean Eating, Bowls, Streetfood, Fermentieren, Brot, Outdoorküche, all das war auch schon letztes Jahr ein Thema. Um etwas ausgefallenere Themen geht es in diesen beiden Neuerscheinungen: Wie die Käseherstellung zu Hause funktionieren kann, erklärt Expertin und Käsehändlerin Morgan McGlynn in The Modern Cheesemaker(Knesebeck Verlag, März). Gong Fu Cha von einem Autorentrio widmet sich ganz dem Tee, sowohl der Geschichte, Anbau, Sorten und der Teezeremonie als auch Kochrezepten mit Tee (AT Verlag, bereits erschienen). Wirklich neue Trends scheinen jedoch nicht in Sicht, und fast hat man den Eindruck, auch schon jede Foodbloggerin hat mindestens ein Koch- oder Backbuch veröffentlicht. Vom Schwerpunkt her eine Ausnahme macht dabei Nicole Giger: in Ferrante, Frisch & Fenchelkraut kocht sich die Bloggerin durch die Weltliteratur (AT Verlag, bereits erschienen).

Frühjahr = Diät: Ob die TV-Köche nach wie vor eine sichere Bank für Toptitel und Bestseller sind, scheint auch in Frage gestellt. Möglich scheint durchaus, dass sich die zuletzt enorm hochgereizten Vorschüsse nicht über Verkaufserfolge der Bücher wieder eingespielt haben… Allerdings erscheinen die stärkeren und teureren Titel traditionell in der zweiten Jahreshälfte, das Weihnachtsgeschäft bekommt dem Kochbuch-Absatz meist sehr gut, Kochbücher sind auch beliebte Geschenke. Wie jedes Frühjahr dominieren Diätratgeber den Markt. Wie im vergangenen Jahr scheint zum Abnehmen das Intervall-Fasten am gefragtesten zu sein. Braucht man dafür ein Kochbuch? Eher nicht.

Grüner wird’s nicht: Nach den vegetarischen kamen die veganen Kochbücher, beides scheint ziemlich abgefeiert. Oder neutraler formuliert: Der Kunde hat die Qual der Wahl zwischen einer Vielzahl an Titeln. Der DK Verlag bringt trotzdem noch einen neuen Beitrag auf den Markt, dem durchaus Chancen zuzutrauen sind: Asien vegetarisch von Meera Sodha enthält 120 Rezepte von Mumbai bis Peking (erscheint im Februar). Ich persönlich freue mich allerdings am meisten auf das erste vegetarische Kochbuch von Nigel Slater, Greenfeast (DuMont Verlag, Februar). Nach Frühjahr, Sommer folgt in der zweiten Jahreshälfte Band 2 zu Herbst, Winter. Leider habe ich für seinen Auftritt auf der Litcologne in Köln keine Karte mehr bekommen.

Länderküche: Trotz Globalisierung und Fusionküche haben Kochbücher mit geografischem Fokus wieder Konjunktur. Zuletzt waren es bislang eher noch nicht in Buchform gebrachte kulinarische Regionen wie Anatolien oder Äthiopien oder sehr angesagte Städte von Bangkok bis New York, für die Buchkäufer noch gern tief in die Tasche greifen. Nach dem Erfolgstitel »Jerusalem«, der auch Jahre nach seinem Erscheinen noch auf der Bestsellerliste steht, legen Sami Tamimi und Tara Wigley, beide langjährig Teil des Ottolenghi-Teams, nun mit Palästina einen Nachfolger vor (DK Verlag, März). Authentische japanische Küche verspricht Wagamama mit den besten Rezepten aus der Londoner Nudelbar, dessen Vorgängerband schon ein Bestseller war (Christian Verlag, Februar), um Vietnam Streetfood geht es im Rezeptband der Köchin Jerry Mai (Christian Verlag, Mai), um die Küche Indonesiens in Fire Islands von Eleanor Ford (Knesebeck Verlag, Februar).

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