FRANZÖSISCHE ORIGINALE: DER LUXEMBOURG-STUHL

Mittagspause im Grünen, ein Logenplatz am Wasserbassin – auch das bietet die Großstadt Paris. Der Jardin du Luxembourg lockt nicht nur Studenten der nahen Sorbonne und Mütter mit Kindern nach draußen, mittags erklären ihn die Büros der Nachbarschaft gerne zur Freiluftkantine. Einen Platz an der Sonne – auf grünen Metallstühlen – gibt’s gratis.

Wer hat’s erfunden? Die auch im Tuilerien-Garten verteilten, so typischen grünen Stühle laden geradezu zu einer erholsamen Pause nach langen Stadtspaziergängen ein. Das 1923 von den Werkstätten der Stadt Paris geschaffene Modell ist heute legendär, eine Ikone französischer Kultur und zugleich ein äußerst erfolgreiches Beispiel französischen Industriedesigns. Ihr typisch französischer Stil verleiht jeder Terrasse und jedem Garten Pariser Flair – selbst dem Amsterdamer Zoo und den Grünanlagen der Harvard University in den USA.

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Paris grün in grün: Ursprünglich hieß das Stuhlmodell »Sénat«, denn anders als vielleicht anzunehmen, verwaltet nicht die Stadt den Luxembourg-Park, sondern der Senat (und das Senatssiegel prangte hinten auf den Stuhllehnen). Schon im 19. Jahrhundert gab es im Jardin du Luxembourg frei verteilte Stühle. Die Lizenz, 1500 gusseiserne Stühle im Park aufzustellen und für deren Nutzung einige Centimes Gebühr zu kassieren, wurde an freie Unternehmer versteigert. Schnell lernten die Pariser Flaneure und feinen Damen das neue Stadtmobiliar schätzen, waren die Stühle doch komfortabler als steinerne Bänke und leicht an anderer Stelle zu platzieren. Erst seit 1974 ist die erholsame Pause für jedermann gratis, und das Metier des Parkkassierers ein ausgestorbener Beruf.

Gartensaison: Die Firma Fermob – für hochwertige Outdoor-Möbel mit langer Lebensdauer bekannt – fertigt den Stuhl seit 1990 für die Pariser Grünanlagen. Das Werk in Thoissey (nördlich von Lyon) verlassen jährlich rund 400.000 Teile, darunter auch der Luxembourg-Stuhl aus pulverbeschichtetem Aluminium. Vor einigen Jahren bat die französische Traditionsmarke den Designer Frédéric Sofia, die berühmten Stühle neu zu interpretieren. So entstand eine Serie mit klaren Linien, die die Leichtigkeit und Robustheit des Aluminiums mit komfortablen Sitzflächen aus gewölbten Latten vereint. Zur Produktreihe gehören Varianten mit oder ohne Armlehnen, passende Tische sowie abgewandelte Modelle, etwa als Hocker, Barhocker oder Bank. Die korrosions- und UV-beständige Lackierung erlaubt es sogar, die Outdoor-Möbel draußen überwintern zu lassen – sie soll jedem Wetter standhalten.

Farbe satt: Und im Fermob-Programm gibt den Klassiker nicht mehr nur im charakteristischen Schilfgrün (RAL 6013), sondern in sommerfrischer Farbpalette mit zwei Dutzend Farbtönen von knalligem Mohnrot über warmes Honiggelb, leuchtendes Lagunenblau und stylishe Pflaume bis zu coolem Gewittergrau. Der Pariser Nightclub Wanderlust (Foto unten) an der Modehochschule dagegen setzt bei den Barhockern auf dezentes Grau – das grasgrüne Open-Air-Zelt ist Blickfang genug.

http://www.fermob.com/de

 

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