NIZZA: MARKT AUF DEM COURS SALEYA

Italienisches Flair: Der Cours Saleya am Rand der labyrinthischen Altstadt ist der lebhafte Marktplatz der Stadt. Den weitläufigen Platz, ein langgestrecktes Rechteck, umgeben zwei Barockkirchen und pastellfarben, kräftig rostrot oder ockergelb getünchte Häuser, deren warme Farbtöne von der Sonne angestrahlt geradezu leuchten – mag auch hier und dort der Putz abblättern. Ganz am östlichen Ende, in Nr. 1 an der Place Charles Félix, bezog Henri Matisse im Jahr 1921 eine Wohnung in der dritten Etage und mietete nach fünf Jahren noch die vierte Etage als Atelier hinzu (bis 1938, dann er zieht er nach Cimiez auf die Anhöhe oberhalb von Nizza).

Frühlingsmarktbummel: Der farbenprächtige Wochenmarkt auf dem Cours Saleya gilt als einer der schönsten Frankreichs. Täglich außer montags findet hier vormittags der Obst-, Gemüse- und Blumenmarkt statt. Fische und Meeresfrüchte sucht man dagegen vergeblich, der »marché aux poissons« findet auf der Place Saint-François mitten in der Altstadt statt, dafür warten unter den gestreiften Markisen der Blumenstände Oleander und Chilipflanzen, Zitronen- und Olivenbäumchen im Topf, fertige Sträuße und Schnittblumen auf Käufer. Hektik ist hier nicht angesagt, mit Muße wählen die Niçois aus dem reichen Saison-Angebot aus, lassen sich getrocknete Auberginen und Tomaten, frische Zitronen oder eingelegte Oliven abwiegen, ein Stück dunklen Nugat oder »pâte de coing« einpacken (dunkler Nugat und Quittenpaste sind hier eine Spezialität). Frische Kräuter und Salate, Zitrusfrüchte und Zucchiniblüten, kandierte Früchte – alle Leckereien Nizzas sind hier versammelt und meist auf kurzem Weg aus der Region hierher gelangt. Auch ein Stück von der wagenradgroßen »socca« (dünne Pfannkuchen aus Kichererbsenmehl) oder »pissaladière« (Zwiebel-Sardellen-Oliven-Pizza) kann man hier auf die Hand genießen – »lou pilha leva« heißt zum Mitnehmen im Nissart, der Mundart in Nizza. Ein schönes Mitbringsel sind die hiesigen Konfitüren und Honig, beispielsweise die Marmelade aus Bitterorangen oder Fruchtaufstrich aus Feigen, Weinbergpfirsichen oder Zitronen.

Les Ponchettes: Zwischen dem Cours Saleya und dem Meer ziehen sich zwei niedrige, recht lange Häuserzeilen entlang, die einst von der sardischen Marine als Arsenal genutzt wurden, später als Fischmarkt. Zwei Säle der sogenannten Ponchettes wurden restauriert und dienen der Stadt als Orte für Wechselausstellungen, die Galerie de la Marine und die Galerie des Ponchettes. Zum Meer hin okkupieren einige trendige Bars weitere Flachbauten, deren Balkone Logenplätzen gleichen – beim Pastis oder Cocktail ist der Blick aufs Mittelmeer, den Sonnenuntergang und all die flanierenden, radelnden, joggenden Passanten auf der Uferpromenade einfach unschlagbar.

Starthilfe am Morgen: Caféterrassen säumen den Cours Saleya fast rundherum, so dass man mit Blick auf Ein- und Verkäufer und das bunte Treiben auf dem farbenfrohen Markt den Tag bei Zeitung und Café ganz entspannt beginnen kann. Ein hübsches Plätzchen in der Sonne oder im Schatten findet man hier in der Vorsaison allemal. Für Early Birds macht das Café des Fleurs schon um 7 Uhr auf, mein Lokal der Wahl war das Civette du Cours.

www.civette-cours-nice.fr

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