NIZZA FÜR FOODIES

Frisch gefroren: Die schmalen Gassen der verwinkelten, italienisch wirkenden Altstadt von Nizza sind voller kleiner Bistros und Bars, Wein- und Feinkostläden und unzähliger anderer Einkaufsadressen für Foodies, in denen Rosé und Olivenöl, frische Pasta und kandierte Früchte verkauft werden. Seit 1966 an der Place Rossetti in Nizza, gilt Fenocchio als eine der besten Eisdielen an der Côte d’Azur. Zu überprüfen ist das nicht, wenn man wie ich nur ein kurzes Wochenende in Nizza verbringt. Zuallererst beeindruckt Fenocchio mit der Auswahl an Sorten – rund 35 fruchtige Sorbets und fast 60 Sorten cremiges Eis, darunter Bier-Eis, Ingwereis, Mangoldeis, Lebkucheneis, Lavendeleis, Avocadoeis, Oliveneis, Tomate-Basilikum. Auch für Rosmarin- oder Thymiansorbet, Zimt- oder Roseneis steht man in Nizza gerne Schlange. Ich mag am liebsten Nussiges und konnte wählen zwischen Eis aus Mandeln oder Pistazien, Pecan-, Hasel- oder Walnüssen, und selbst Pinienkerneis ist im Angebot, außerdem Nugat. Oder nehme ich doch lieber Salzkaramell oder eine der vielen Schokoladensorten? Aber auch die Obstfraktion kann sich nicht beklagen, von Aprikose bis Rhabarber sind viele Früchte in eiskalter Form vertreten. Fazit: Echte (italienische?) Eismacherkunst! 2 place Rossetti, 06630 Nice, Feb.–Okt. tgl. 9–24 Uhr. Zweite Adresse: 6 rue de la Poissonnerie, Feb.–Okt. Mi–Mo 9–24 Uhr

http://www.fenocchio.fr

Frisch vom Rost: Eines der vielen hübschen Lokale, die man in der Altstadt von Nizza auf Schritt und Tritt trifft, ist La Rossettisserie. Der Namen ist ein Wortspiel mit der nahen Place Rossetti (von einem französischen Reisemagazin unter die 10 schönsten Plätze Frankreichs gewählt) und dem Begriff Rôtisserie, der ein Grillrestaurant bezeichnet. Und tatsächlich stehen Grillen und Fleisch im Mittelpunkt der Karte: Kräuterhähnchen (poulet aux herbes), Kalb (rôti de veau) und Rind (rôti de boeuf), Lamm (rôti d’agneau) oder Schwein (rôti de porc), dazu gibt’s Ofenkartoffeln, fluffiges Kartoffelpüree, Ratatouille oder Tomatensalat – für Fleischfans mit Appetit auch als Mixed-Grill-Menü in zwei Größen. Serviert wird in gemütlichen Raum im Erdgeschoss oder im Souterrain mit historischem Gewölbe, und in die schmale Gasse wurden auch noch zwei Tischchen gequetscht. 8 rue Mascoinat, 04 93 76 18 80, Mo–Sa 12–14, 19.30–22 Uhr, Juli, Aug. nur 19–22 Uhr

http://www.larossettisserie.com

Frisch geröstet: Die Brulerie des Cafés Indiens ist keiner dieser überall aus dem Boden sprießenden Coffeeshops mit eigener Rösterei, wie sie jetzt in den Großstädten Europas so hip sind. Schon seit 1925 wurde in der »Torréfaction de la Méditerranée« Kaffee geröstet; seit den 1970er-Jahren führt Familie Torre das (umbenannte) Geschäft, verkauft sortenreine Bohnen aus Kuba, Brasilien, Mexiko, Kolumbien oder Äthiopien und eigene Mischungen. Die kleine Kaffeebar ist quasi Nebensache beim alteingesessenen »Torréfacteur«, aber mitten im aromatischen Duft schmeckt der »kleine Schwarze« besonders gut. Neben losem Kaffee gibt’s auch Zubehör und Tee. 2bis rue Sainte Réparate und 35 rue Pairolière, Di–Sa 9–12.30, 15­19 Uhr

Frisch geknetet: Schon seit 1892 versteht man sich im Maison Barale auf die Kunst handwerklich gefertigter Teigwaren. Ravioli zählen zu den Spezialitäten des »artisan vermicelliers« und werden je nach Saison anders gefüllt, besonders typisch für Nizza sind sie mit Rinderragout (»daube«). Der französische Sternekoch Alain Ducasse war begeistert von den Ravioli mit Pistazien und Rucola und den Ravioli mit Zitronenconfit und Ingwer aus der Nizzaer Pastamanufaktur. Auch wer einfach nur frisch zubereitete Linguine, Gnocchi, Spinatnudeln oder eine Nudelsauce für das Abendessen benötigt, bekommt sie bei Eric und Nathalie Barale, die den Familienbetrieb in der vierten Generation führen. Aber den raffinierten Einfallsreichtum des Pastameisters zeigen erst die »Ravioli Terre et Mer« mit Speck und Tintenfisch, Tomate und Piment d’Espelette oder die Ravioli mit Kastanienfüllung. In der Bar des Oiseaux, dem von den Barales gemeinsam mit dem »Bistronomen« Armand Crespo in der Rue Saint-Vincent betriebenen Lokal, stehen die frischen Teigwaren täglich auf der Speisekarte. 7 rue Sainte-Reparate, 06300 Nice, Mi–Sa 8–13, 15.30–19, So 8–13 Uhr

http://www.maison-barale.fr

Außerdem:

Wochenmarkt Cours Saleya: http://gabrielekalmbach.de/nizza-markt-auf-dem-cours-saleya/

Alziari: (folgt)

Maison Auer: http://gabrielekalmbach.de/maison-auer-einkaufen-in-nizza/

Comptoir du Marché: http://gabrielekalmbach.de/nizza-comptoir-du-marche/

Wein: http://gabrielekalmbach.de/nizza-wein/

 

 

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