DICKE-BOHNEN-SALAT

Alles auf Grün! Auf dem Wochenmarkt gab es frische Dicke Bohnen, und da ich unbedingt einen sommerlichen Salat daraus zubereiten wollte, habe ich sie mit Avocado, Gurke und schwarzen Oliven kombiniert, weil ich das ohnehin vorrätig hatte. Salate mit Avocado und grünen oder anderen Bohnen fand ich schon in mehreren Kochbüchern und Magazinen ansprechend, dort teils mit Minze und Mozzarella, teils mit Basilikum und Feta kombiniert.

Für meinen Salat habe ich 1 kg frische Dicke Bohnen enthülst, 3 Minuten in Salzwasser gekocht und anschließend aus den Häuten gedrückt. Das ergab nur eine Handvoll leuchtend grüner gepalter Bohnenkerne. Die Bohnenkerne, 1 kleine geschälte und grob gewürfelte Landgurke, das grob gewürfelte Fruchtfleisch von 1/2 Avocado und 2 EL kleine schwarze Oliven ohne Stein (vorzugsweise portugiesische oder tunesische) in eine Schüssel geben. Mit einer Vinaigrette aus der abgeriebenen Schale und dem Saft 1/2 unbehandelten Zitrone, 2 EL Olivenöl, 1/2 TL Senf, Meersalz und frisch geriebenem Pfeffer vorsichtig vermischen und mit 1/2 Bund Rucola anrichten. Die Menge reicht für 2–3 Portionen. Schon so ein sehr sättigender Salat – man kann ihn mit anderen Blattsalaten und Kräutern noch abwandeln, je nach Geschmack noch Knoblauch in die Vinaigrette geben, und wahlweise noch Artischocken, blanchierten Broccoli oder Staudensellerie zufügen.

Für Salate jeglicher Art verwende ich lieber die kürzeren Landgurken (und anders als hier zumeist ungeschält), da sie noch eine Bitternote aufweisen, die den Salatgurken schon vor langer Zeit weggezüchtet wurde. Auch Dicke Bohnen waren lange »out«, nicht nur weil sie viel Arbeit machen, sondern auch weil man die Haut um die zarten Kerne nur zu Beginn der Erntesaison im Frühsommer gut mitessen kann. Meine Mutter hasst sie, sie musste als Kind die auch Acker- oder Saubohnen genannten Hülsenfrüchte aus dem Garten zu oft essen – und zu lange, wenn sie ihrem Namen »Dicke Bohnen« schon alle Ehre machten. Überlieferte Familienrezepte habe ich daher nicht, aber das macht nichts, da ich ohnehin eher Salatrezepte suche.

Lange Jahrzehnte galten Hülsenfrüchte ja generell eher für Eintöpfe oder als Beilage geeignet und wurden dafür gerne fast zu Brei gekocht. Mein Aha-Erlebnis, dass es auch anders geht und beispielsweise Linsen auch kalt als Salat schmecken, hatte ich in der Auvergne, genauer gesagt in Le Puy. Dort gab es die kleinen, nach dem Ort benannten Le-Puy-Linsen mit einem Kräuter-Orangen-Dressing, aufgeschichtet mit Lachstatar oben darauf.

Rezepte mit Biss: Glücklicherweise erleben sowohl Salate wie Hülsenfrüchte gerade eine absolute Konjunktur, und entsprechend leicht findet man eine Vielfalt an Zutaten und neue Kochbücher mit wirklich kreativen Rezeptideen. Mein Tipp: Das Kochbuch »Körner. Rezepte mit Biss«, rückt nicht nur Getreide, sondern auch Hülsenfrüchte ins Rampenlicht – allein mehr als ein Dutzend Bohnensorten zählt die Warenkunde auf. Das 2013 im Dorling Kindersley Verlag erschienene Kochbuch ist allerdings nicht mehr lieferbar – wer es gebraucht noch auftreibt, sollte zugreifen!

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