BORLOTTI-BOHNEN

Italienische Hülsenfrüchte: Im Juni freue ich mich auf frische Bohnen und Erbsen in Hülle und Fülle vom Wochenmarkt. Gab es früher außer den blassgelben Wachsbohnen und grünen Bohnen kaum Auswahl, ist heute die Vielfalt im Frühsommer deutlich größer, neben Dicken Bohnen gibt’s teils auch Borlotti-Bohnen aus Italien – wo die rotgesprenkelten Bohnenkerne beispielsweise in die Minestrone kommen. Hülsenfrüchte und insbesondere Bohnen werden bevorzugt in den Regionen Toskana, Abruzzen, Umbrien, Veneto und Latium verzehrt. Dort gibt es auch Borlotti-Bohnen nochmals in unterschiedlichen Sorten und Größen – so werden unter den Borlotti-Bohnen aus Lamon im Veneto, die als die besten gelten und als »Fagioli di Lamon« mit IGP geschützt sind, als Untersorten Spagnolit und Spagnol, Calonega und Canalino genannt. Am dritten Septemberwochende wird dort (Lamon liegt am Fuß der Dolomiten, wo das Veneto an Südtirol grenzt) ein Bohnenfest gefeiert, die Festa de Fagiolo (www.fagiolidilamon.it). Bei Treviso wiederum wird die Sorte »Fagiolo Nano di Levada« angebaut (und auch mit einem Fest gefeiert).

Borlotti-Bohnensalat: Jedenfalls heißt es zugreifen! Bohnenkerne frisch aus der Hülse eignen sich (besser noch als für Suppen und Eintöpfe) besonders gut für Salate oder Bohnenaufstrich. In Lamon gibt’s die »Fagioli in Insalata« vorzugsweise fast pur, also gegart und nur mit roten Zwiebelringen, Olivenöl, Salz und Pfeffer angerichtet. Mir schmeckt im Sommer besonders gut ein »Panzanella mit Bohnen«, also viele reife Tomaten, Staudensellerie, rote Zwiebeln und Borlotti-Bohnen, vermischt mit Olivenöl, Knoblauch, viel Basilikum und gerösteten Weißbrotwürfeln. Für einen großen bunten »Fenchel-Bohnen-Salat« kombiniere ich Borlotti-Bohnen mit fein gehobeltem Fenchel, orangefarbener Paprika, roter Zwiebel, Rucola, Olivenöl und Weißweinessig, Knoblauch und Petersilie. Als nächstes ausprobieren werden ich den »Tomaten-Aprikosen-Salat« aus dem Kochbuch »Grünkohl trifft auf Kokos« von Anne-Katrin Weber. In ihrer vegetarischen Crossover-Küche treffen Bohnen nicht nur auf süß-fruchtige Aprikosen und Tomaten, sondern auch auf grüne Oliven und eine würzige Curry-Vinaigrette.

Bohnenkerne: Für Trockenbohnen lassen die Landwirte die Hülsen über die optimale Reife hinaus hängen, sodass sie langsam hart und die Blätter gelb werden. Falls nötig, werden die Hülsen nach der Ernte noch nachgetrocknet. Wenn für Salat solche dunkelrot gesprenkelten, getrockneten Borlotti-Bohnen verwendet werden, sollten diese über Nacht in kaltem Wasser eingeweicht und am nächsten Tag in frischem Wasser noch etwa 90 Minuten gekocht werden. Beim Kochen verliert die in Deutschland auch Wachtelbohne genannte Sorte ihre Sprenkel. Wie die »pinto bean«, die in den USA und New Mexico weit verbreitet ist, und Borlotti in Italien gelten sie alle als Varianten der Gartenbohne (Phaseolis vulgaris).

Print Friendly, PDF & Email